Übermäßiges Schwitzen (Hyperhidrosis)

Schwitzen ist eine natürliche Funktion des Körpers zur Temperaturregulierung. Die Schweißabsonderung wird durch das sympathische Nervensystem gesteuert. Sie kann bei manchen Menschen übermäßig hoch bzw. nicht situationsgemäß sein, d.h. dass man z.B. schon bei leichter Anstrengung oder gar in Ruhe stark zu schwitzen beginnt. Die Schweißabsonderung ist höher als es nötig wäre, um die Körpertemperatur konstant zu halten. Man spricht in diesem Fall von Hyperhidrose.

Die Hyperhidrose kann verschiedene Stellen es Körpers besonders betreffen, so vor allem die Hände (Hyperhidrosis manum, das Gesicht (Hyperhidrosis facialis), die Achseln (Hyperhidrosis axillaris) und die Füße (Hyperhidrosis peduum). Übermäßiges Schwitzen kann im alltäglichen Alltag äußerst störend sein und wird von den Betroffenen als sehr unangenehm empfunden.

Es kann eine enorme Beeinträchtigung der Lebenssituation resultieren. Die Hyperhidrose kann in eine primäre und eine sekundäre Form unterteilt werden. Die Ursachen für die primäre Form sind bis jetzt noch ungeklärt. Sie beginnt jedoch meist schon in der Pubertät, unter anderem durch Stress ausgelöst. Der sekundären Hyperhidrose liegt eine primäre Erkrankung zugrunde. Zu den auslösenden Faktoren zählen endokrine (Schilddrüsenüberfunktion), neurologische (Unfallverletzungen von Nerven), psychische Ursachen und medikamentöse Ursachen (Kortikoide). Folglich müssen bei einer sekundären Hyperhidrose die Ursachen so weit wie möglich bekämpft werden. Beim Vorliegen einer primären Hyperhidrose kann ein Verzicht auf Genussmittel wie Teein, Koffein und Nikotin und auf scharfe Gewürze  zu einer Normalisierung des Schwitzen beitragen. Diese Stoffe regen die Schweißproduktion durch Stimulation des Sympathikus an. Auch Entspannungstechniken und das Tragen bestimmter Textilien (aus Naturfasern) können zu einer Besserung der Symptomatik beitragen. Es gibt zudem die Möglichkeit der medikamentösen Behandlung. Wenn konservative Maßnahmen nicht helfen, kann man auch mit operativen Methoden versuchen die Hyperhodrosis zu behandeln.

Eine Behandlungsmöglichkeit der Hyperhidrosis (übermäßige Schweißproduktion) bietet die Unterspritzung der betroffenen Region mit Botox. Der Begriff leitet sich vom Botulinumtoxin ab, einem Nervengift, dass die Reizweiterleitung stört und so die Schweißbildung unterdrückt. Die Behandlung mit Botulinumtoxin hilft allerdings nur zeitweilig. Ein Nachlassen der Wirkung tritt nach etwa 6 bis 12 Monaten ein. Deshalb muss diese Methode in regelmäßigen Abständen wiederholt werden.

Die operativen Methoden sind vorwiegend für die Behandlung verstärkter Schweißbildung in den Achselhöhlen geeignet. Sie zeigen gute Langzeitergebnisse. Der Eingriff wird meist in örtlicher Betäubung durchgeführt. Auf Wunsch kann man sich zusätzlich in einen leichten Dämmerschlaf versetzen lassen. Die Operation kann jedoch auch in Allgemeinanästhesie (Narkose) durchgeführt werden.

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